Lerntechniken

So lernst oder arbeitest Du den ganzen Tag effektiv!

Lernen ist ein komplexer Vorgang, welcher sich auf biologischer sowie psychologischer Ebene abspielt und der zu relativ dauerhaften Verhaltensänderungen führt – in den meisten Fällen. Also grundsätzlich führen die Lernergebnisse zu den Veränderungen. Diese Lernergebnisse entstehen aus vielen Bauteilen und werden z.B. durch Lerntechniken beeinflusst (bis zu 50%). Darüber hinaus hat jeder von uns angeborene Eigenschaften, Talente und Fähigkeiten, die wir sehr schwer oder nicht beeinflussen können.

Die Lernkomplexität wird auch dadurch unterstrichen, dass man Lernende nicht mit Daten füttern kann, wie einen Computern. Beim Lernen spielen verschiedene Faktoren eine große Rolle. Im positiven Fall, erleichtern sie das Lernen und lassen uns dabei große Motivation verspüren und im negativen Fall erschweren diese uns das Lernen bis hin zur völligen Demotivation.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr ... oder ... zum Lernen ist man nie zu alt!

Die Entwicklung unseres Gehirns sowie unserer menschlichen Sinne ist weitestgehend zeitlich begrenzt, sodass hier gilt „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Betrachtet man hingegen unsere Persönlichkeit und deren Anpassung an Veränderungen oder an Wertevorstellungen, so gilt, dass man zum Lernen nie zu alt ist. Grundvoraussetzung dafür sind zum einen stabile kognitive Fähigkeiten als auch das Vorwissen und Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen des Lebens.

Wie lernen wir Menschen?

Man geht davon aus, dass das Lernen im Kindesalter und in der Jugend ist am effektivsten und einfachsten funktioniert. Im Erwachsenenalter hingegen wird es etwas herausfordernder, aber nicht unmöglich. Wissenschaftlich erwiesen ist:

  • Die menschliche Lernfähigkeit ist im Alter von 20 bis 40 Jahren konstant.

  • Im Alter zwischen 25 und 45 Jahren lernen wir schneller und besser als im Alter von 15 bis 20 Jahren und sogar sehr viel schneller und besser als die 5 bis 15 jährigen.

  • Bei 60jährigen Menschen ist die Lernfähigkeit genauso gut wie 13 bis – 14 jährigen.

  • Erwachsene lernen nicht schlechter als Kinder und Jugendliche, sie lernen nur anders auf Grund unterschiedlicher Rahmenbedingungen.

  • Die Merkfähigkeit von erwachsenen Menschen liegt unter der von Kinder und Jugendlichen, dafür sind ihre Kombinationsfähigkeiten erheblich besser ausgeprägt. Zum Beispiel lernt ein erwachsener Menschen Dinge die ihm komplett neu sind, viel einfacher, als Dinge die er bereits kennt und nun neu anwenden muss. Man bezeichnet dies als negativen Wissenstransfer – das alte Wissen behindert das neue.

Lerntechniken – wie geht lernen?

Es gibt Lerntechniken, die es Dir ermöglichen, den gesamten Tag effektiv, kontinuierlich, produktiv zu arbeiten und zu lernen. Das Beste ist, es bereitet Dir keinen großen Aufwand oder setzt eine komplizierte Planung voraus. Tatsächlich kannst du von Null auf Hundert starten. Du hast die Chance, dass sich deine Produktivität damit nahezu verdoppelt. Und so funktioniert es.

Diejenigen unter Euch, die sich bereits viel mit dem Thema Lernen auseinander setzen wissen, dass dies nicht immer so einfach ist. Lernen hat viele Gegner und denen muss man sich stellen.

Grundsätzlich fangen Lerntechniken bereits bei der Vorbereitung für das Lernen an. Grundsätzlich gilt hierbei:

  1. Verschaffe Dir zunächst einen Überblick über den zu lernenden Stoff und setze Dir vernünftige überschaubare Lernziele (langfristig, mittelfristig und kurzfristig).

  2. Hast Du den Überblick, brauchst Du einen Plan. Gestalte Dir den gesamten – teilweise – mehrwöchigen Lernvorgang detailliert und setze Dir für jeden Tag, für jede kleine Lernperiode ein Lernziel.

  3. Beachte hierzu auch Deine persönliche Leistungskurve. Wann bist Du am effektivsten. Plane auch immer wieder kurze Pausen zwischen dem Lernen ein – Dein Kopf muss ja das Erlernte auch verarbeiten können.

  4. Sorge außerdem für eine möglichst abwechslungsreiche Anordnung der verschiedenen Lerninhalte, so kommt keine Langeweile auf.

  5. Suche Dir Gleichgesinnte. So kannst Du in der Gemeinschaft lernen und Dir hier und da ein paar Lerntricks abschauen.

  6. Beachte die „didaktischen Prinzipien“ – wie z.B.: die Erfolgssicherung, die Anschaulichkeit, das Prinzip der Verknüpfung, die Zielklarheit… etc. und die „didaktischen Überlegungen“, wie z.B.: vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Zusammengesetzen, vom Nahen zum Entfernten, vom Allgemeinen zum Speziellen, vom Konkreten zum Abstrakten.

  7. Anreize schaffen – Motivation wecken. Hast Du dein Lernpensum erreicht, gönn Dir etwas schönes, Du hast es Dir verdient. Lernen soll ja Spaß machen und eine Belohnung fördert dies unter anderem. Außerdem kannst Du dir deine Arbeit so angenehm und interessant wie möglich gestalten. Dies fördert die Aktivität. Zum Beispiel kannst Du Übersichten beschriften, Abbildungen gestalten, interessante Lektüre suchen, oder eine wohltuende Arbeitsatmosphäre schaffen oder Du kannst Dir schon beim lernen überlegen, was Du mit dem Erlernten praktisch anfangen kannst?

Lerntechniken erleichtern jegliches Lernen. Eine Verbindung von visuellen, akustischen, kinästhetischen Reizen wäre ideal, ist jedoch nicht immer realisierbar.

Vielleicht habt ihr schin mal etwas von einem Mann mit dem Namen Francesco Cirillo gehört. Auch er kannte diese Problem mit dem Lernen und den Lerngegnern, wie z.B. Ablenkung, innerer Schweinhund, keine Lust – und hat speziell hierfür eine Methode entwickelt, die genau diese Probleme beheben soll – die POMODORO TECHNIK.

Pomodoro – Lerntechnik

Wie funktioniert die Technik? Grundsätzlich ganz einfach. Du teilst Dir deine Arbeitszeit in viele kleine Abschnitte (Meilensteine) ein. Dabei arbeitest du 25 Minuten pro Einheit (Meilenstein). Nicht länger!

Nach den 25 Arbeitsminuten gibt es eine Pause von fünf Minuten. Danach fängst Du mit den nächsten 25 Arbeitsminuten an. Wenn insgesamt vier Arbeitseinheiten absolviert wurden, gibt es eine längere Pause von 15 Minuten.

Thats it! Das ist die Pomodoro Technik. Klingt einfach – ist es auch – ABER Du wirst bemerken, dass es tatsächlich funktioniert. Viel Spaß beim umsetzen.

Mnemotechnik

Die Mnemotechnik ermöglicht Dir, große Mengen von Informationen möglichst schnell und dauerhaft anzueignen. Sie gehört den Verfahren zur gezielten Ausbildung des Erinnerungsvermögens an. Die Leistungsfähigkeit unseres Gedächtnisses kann mit Hilfe von erlernbaren Merk- und Abruf-Strategien verbessert werden.

Dazu zählen beispielsweise, der Einsatz von Wortspielen und Eselsbrücken, das Bilden von Versen und Reimen, das Einbauen der zu lernenden Begriffe in einen räumlichen, bildhaften Kontext, das Abspulen des Alphabets, die Kennzeichnung durch Farben oder Symbole oder die Übersichtliche Anordnung bzw. Darstellung der Lerninhalte.

Die Mnemotechnik stärkt unser Gedächtnis mit Lernhilfen und durch bestimmte Merkmale oder Zusammenhänge. Somit wird der Lernstoff einprägsam und erinnerbar gemacht.

Wie funktioniert’s?

Du möchtest Deinen Pincode für die ec Karte einprägen. Dieser lautet 238546. Mithilfe der 10er Liste kannst Du diesen über Symbole (Bilder) einprägen:

Ein Fisch schwimmt im See. Als es dunkel wird drückt er auf den Lichtschalter. Plötzlich taucht Neptun mit seinem Dreizack vor ihm auf. Vor seinem inneren Auge läuft bereits die Zeit in seiner Sanduhr ab, als eine rettende Hand ihn aus seiner misslichen Lage befreit. Das war Glück – er versteckte sich hinter einem gesunkenen Auto und spielt zur Ablenkungen eine Runde Kniffel.