Das Berichtsheft – ein starker Ausbildungsnachweis

Seit dem 01.09.2021 heißt es wieder Ausbildungsstart für viele junge Menschen in Deutschland. Viele betreten nun völlig neues und unbekanntes Terrain. Ab jetzt heißt es neues zu lernen, Kompetenzen zu erwerben und sich in der Arbeitswelt zurechtzufinden.

Das Ziel der jungen Menschen ist es die Ausbildung gut und sicher zu durchlaufen und bestenfalls erfolgreich abzuschließen. Das Ziel der Unternehmen hierbei lautet Auszubildenden-Bindung.

BerichtsheftDamit beides gelingt braucht es eine solide Berufsausbildung. Im Grunde genommen eigentlich keine große Sache. In Deutschland haben wir das duale System, also zwei Partner teilen sich die Ausbildung. Daneben gibt es einen Ausbildungsrahmenplan, der alle Inhalte in die einzelnen Lehrjahre aufteilt. Die ausbildenden Unternehmen verfügen in der Regel über entsprechenden Fachpersonal. Also wo liegt der Knackpunkt. Ganz klar bei uns Menschen.

Hierbei kann man sich einen Schwerpunkt der beruflichen Ausbildung bedienen, dem Berichtsheft! Von den Auszubildenden gehasst und von den prüfenden Stellen gefordert. Alle Auszubildenden sind verpflichtet, ein Berichtsheft zu führen. Das warum liegt auf der Hand – mit dem Berichtsheft dokumentiert ein Auszubildender seine gesamte Tätigkeit in der Ausbildung. Es ist also ein Nachweis für die erworbenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Qualifikationen.

Hat man die Ausbildung erfolgreich durchlaufen und steht nun vor der jeweiligen Kammer (IHK, HWK), muss das vollständig ausgefüllte und unterschriebene Berichtsheft vorlegen werden. Stehen beispielsweise Auszubildende bei der Abschlussprüfung zwischen zwei Noten, kann das Berichtsheft sogar die Endnote beeinflussen.

Das Führen des Berichtsheftes ist bei den meisten Auszubildenden eine unbeliebte Aufgabe!

Aber warum eigentlich? Schaut man genauer hin, lassen sich klare Vorteile erkennen, z.B.:

      • Abwechslung (das Schreiben des Berichtsheftes stellt in den meisten Fällen eine Abwechslung zu den sonstigen Arbeitsaufgaben dar)
      • Reflektion (das Berichtsheft sorgt dafür, dass Auszubildende ihr Tun du Handeln regelmäßig überlegen und nacharbeiten. So festigen sich bestimmte Dinge, der Blick wird geschärft oder auch neue/andere Erkenntnisse gewonnen.)
      • Nachweis (allen Beteiligten der Ausbildung werden die Ausbildungsinhalte nachvollziehbar und vergleichbar dargestellt)

Übrigens … Auszubildende dürfen das Berichtsheft während ihrer Arbeitszeit führen, da es Teil der Ausbildung ist. Nach und nach entsteht so ein Nachschlagewerk der eigenen beruflichen Ausbildung und kann zur Vorbereitung auf die Prüfung genutzt werden.

      • GrundsätzlichAusbildungsnachweis_Berichtsheft entscheidet der Ausbildende wie, wo und wann das Berichtsheft geführt werden soll. Wir empfehlen hier den zuständigen Ausbilderinnen und Ausbildern eine gemeinsame Absprache mit den neunen Auszubildenden. So kann man sich gemeinsam auf eine Vorgehensweise oder auf ein gemeinsames Ritual einigen und die Chance das diese eingehalten wird ist groß.

Beispiel: Jeden Freitag wird von 09:00 bis 10:00 Uhr gemeinsam das Berichtsheft geführt und im Anschluss gibt es ein gemeinsames Frühstück mit den Ausbildungsverantwortlichen. Hierbei besteht die Möglichkeit miteinander zu sprechen und sich kennenzulernen.

      • Der Ausbildungsbetrieb kann außerdem entscheiden, in welcher Form der Ausbildungsnachweis erstellt werden soll. Grundsätzlich kommen hierbei folgende Möglichkeiten in Frage: Tagesberichte, Wochenberichte, Monatsberichte und Abteilungsberichte. Es gibt nicht die RICHTIGE Form, alle haben ihre Berechtigung. Mit dem Berichtsheft schreiben verhält es sich ähnlich wie mit dem Feedback, liegt ein Ereignis zu lange zurück, kann man sich schwer daran erinnern. Wir empfehlen daher eine Kombination der verschiedenen Formen.

Beispiel: Grundsätzlich sollte es einen Wochenbericht geben und dieser wird gemeinsam aufgearbeitet. So besteht die Möglichkeit des Austausches, was vielen hilft, verborgenes wieder aus dem Gedächtnis hervorzugraben. Darüber hinaus wird die Motivation geweckt, wenn man sich an besonders tolles Arbeitserlebnis zurückentsinnt, oder man nimmt bei negativen Erlebnissen eine neutrale Haltung ein du bewertet Situationen neu.

Besonders anspruchsvolle Ausbildungstage können mit einem Tagesbericht untermalt und das durchlaufen verschiedener Abteilungen, Bereiche o.ä. mit einen Abteilungsbericht finalisiert werden.

      • Die Berichtsheftinhalte sollten in kurzen Sätzen, mit Angabe eines zeitlichen Rahmens sowie den Ausbildungsort notiert werden. Zudem ist es wichtig, die persönlichen Angaben der Auszubildenden mit hinzuzufügen (Name, Ausbildungsjahr, Berichtzeitraum). Dies ermöglicht im Nachgang eine leichtere Orientierung.

Beispiel: Alle Auszubildenden sollten sich täglich kurze Stichpunkte festhalten, mit welchen Tätigkeiten sie den jeweiligen Tag über beschäftigt waren. So geht nichts verloren. Ebenso sollten regelmäßige Austauschmöglichkeiten gegeben werden – in Form von Feedbackrunden. Durch einen gemeinsamen Austausch festigen sich nochmals die erlebten Inhalte. Bei der Berichtsheftführung darf die Berufsschulinhalte nicht außer Acht gelassen werden. Sie ist ebenfalls Bestandteil der Ausbildung. Obacht bei der Formulierung der Inhalte. Hier gilt das Prinzip – so viel wie nötig, so wenig wie möglich! Auszubildende sollen aufzeigen und niederschreiben, was genau sie alles gelernt haben. Jedoch gilt auch, keine firmeninterne Informationen preiszugeben. Nicht vergessen! Das Berichtsheft MUSS stetig vom verantwortlichen Ausbilder kontrolliert und gegengezeichnet werden.