Und was haben wir daraus gelernt?

Akzeptiere den Status Quo

Leben wir nicht in einer irren Zeit? Und das meine ich ganz und gar positiv. Mich hat das letzte halbe Jahr dazu gebracht, mehr über Dinge nachzudenken und zu hinterfragen. Wie geht’s dir so?

Und weißt du, immer, wenn mich in meiner Jugend irgendein unschönes Ereignis traf und im ersten Moment volle Breitseite niederschmetterte, kam meine Großmutter mit ihrer fast neunzigjährigen Lebenserfahrung um die Ecke, lächelte beruhigend und sagte: „Kind, wer weiß, wofür es gut ist.“ Und ich dachte: Wofür soll ein solches Ereignis schon gut sein? Es tut weh, richtet Schaden an und hinterlässt Narben.

Erst mit der Zeit verstand ich den Sinn der Aussage. Mir ist bewusst geworden, es liegt in unserer Hand, wie wir Situationen bewerten – entweder wir sehen das Negative und vergraben uns in Selbstmitleid und Klagen, oder wir akzeptieren den Status Quo und finden Chancen, die sich für uns ergeben!

Finde Chancen

So und da wären wir schon beim Thema und der heutigen Zeit: Welche Chancen findest du denn für dich und dein Unternehmen, wenn dich gewisse Umstände mehr oder weniger in Mitleidenschaft ziehen? Was hast du denn aus dieser turbulenten Zeit gelernt? Was haben die Unternehmen aus der aktuellen Situation gelernt?

Mittlerweile kannst du jeden Tag zig Studien dazu lesen. Alle kommen mehr oder weniger zur selben oder zumindest ähnlichen Erkenntnis. Nun, erstmal positiv – fast die Hälfte der Befragten gehen mit optimistischen Erkenntnissen in die Zukunft. Bedeutet, sie wollen Dinge und Prozesse verändern, besser gestalten und somit marktfähig bleiben.

Investiere in Vertrauen

Was war nun das größte Learning? Erstens: Wir kommen an Digitalisierung nicht mehr vorbei und zweitens: Die Mitarbeiter sind unser höchstes Gut im Unternehmen. Donnerwetter! Hat es tatsächlich erst eine Krise dieses Ausmaßes gebraucht, um auf solche Schlussfolgerungen zu stoßen? Da fällt mir glatt noch eine Weisheit dazu ein: „Es muss eben immer erst was passieren.“

Also gut, wir haben gemerkt, Digitalisierung ist unabdingbar für Flexibilität und Geschwindigkeit und eigenständige verantwortungsbewusste Mitarbeiter verschaffen dem Unternehmen Handlungs- und Reaktionsfähigkeit.

Doch was bedeutet das für dein Unternehmen? Investitionen werden notwendig – und zwar sowohl in finanzieller als auch zeitlicher und personeller Hinsicht. Und am meisten müssen Unternehmen in Vertrauen und Veränderungsbereitschaft investieren.

Hinterfrage Prozesse und Strukturen

Die Mitarbeiter und vor allem auch die Führungsriege müssen umdenken UND lernen! Und weißt du, was das Schwierigste daran ist? Das Ganze funktioniert nicht über Nacht, es braucht Zeit. Naja, viele denken, gut, dann ändern wir eben mal schnell unser Meeting-Format von der üblichen Besprechung im Besprechungszimmer zur Online-Live-Session. Oder wir legen mal von jetzt auf gleich alle Informationen auf dem Server ab und jeder sucht sich das, was er braucht. Ach, wenn’s doch nur so einfach wäre. Dann hätten wir’s doch schon längst so, oder?

Schon mal drüber nachgedacht, was alles notwendig ist, um im Sinne von New Work zu arbeiten? Wie sieht es denn in deinem Unternehmen aus mit

  • Transparenten Informationsflüssen
  • Klaren Verantwortlichkeiten
  • Methodenkompetenz der Mitarbeiter
  • der Bereitschaft, Prozesse neu zu gestalten
  • Eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen und vor allem treffen zu dürfen
  • dem Umgang mit Fehlern
  • dem Vertrauen in die Mitarbeiter
  • den Möglichkeiten, neues zu lernen

Wie sieht es denn aus mit einer Lernkultur und entsprechender Unternehmenskultur? Bietet dein Unternehmen denn alle Rahmenbedingungen, die für die neuen Veränderungsprozesse notwendig sind?

Ein Traktor auf der Rennbahn

Stell dir vor, du hast ein neues schnelles Rennauto und setzt einen Fahrer ans Steuer, der bisher nur Traktor gefahren ist. Und dann soll die Fahrt auch noch auf einer Strecke sein, die voller Schlaglöcher steckt, links und rechts nur Absperrband gezogen ist und der Rennleiter dir nur auf Zuteilung alle 500 Meter Diesel zur Verfügung stellt. Was wäre das für eine Fahrt!?

Also, was würdest du tun? Na klar, zuerst dem Traktorfahrer das Rennfahren beibringen, dann die Absperrbänder wegnehmen und ihn Kurven fahren lassen und zu guter Letzt tankst du voll und vertraust auf die Fähigkeit und das Verantwortungsbewusstsein des Fahrers. Und wenn sich Rennleiter und Fahrer am Ende auch noch gemeinsam über eine gelungene Fahrt freuen oder gemeinsam überlegen, wie man spritsparender fährt – dann ist doch alles bestens!

Schaffe die richtigen Bedingungen

Du fragst dich wahrscheinlich jetzt „Was hat nun diese Geschichte mit meinem Unternehmen zu tun?“ Na, dann lass uns doch die Story mal auf deine Organisation übertragen. Beginnen wir mit dem Traktorfahrer, also den Mitarbeitern.

Damit deine Mitarbeiter sich auf Veränderungen einlassen, sollten sie vor allem den Sinn, Zweck und Nutzen der Veränderung verstehen. Es ist nämlich so, dass Menschen sich dann auf Veränderungen bereitwillig einlassen, wenn ein positiver Effekt in Aussicht steht. Überprüfe dich doch einmal selbst? Wann bist du bereit, neues zu probieren oder dich auf ungewohntes einzulassen? Klar, wenn du das Gefühl hast „Mensch, dass könnte gut werden. Ich erkenne einen Nutzen für mich und für andere.“  Zurück zu deiner Rolle … 

Damit Mitarbeiter verstehen wozu und weshalb, solltest du mit ihnen offen und transparent kommunizieren. Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass nur du Informationen weitergibst, sondern dass auch deine Mitarbeiter die Möglichkeit haben, sich notwendige Informationen zu beschaffen. Am besten geht das, wenn man regelmäßig miteinander spricht.

Als nächstes nehmen wir in deiner Organisation – also auf deiner Rennstrecke – die Absperrbänder weg. Zeige deinen Mitarbeitern das Ziel und den Weg, gib ihnen die Freiheit Kurven auszufahren und schaffe Raum und Gelegenheit, um zu lernen.

Jetzt müssen wir uns noch den Schlaglöchern widmen. Beziehe deine Mitarbeiter bei den Ausbesserungsarbeiten mit ein. Setze auch auf ihre Erfahrungswerte und vertraue auf ihr Urteilsvermögen und ihre Kompetenzen. Zu guter Letzt ermögliche ihnen durch Freiraum und ausreichend Ressourcen eigenständiges Handeln, ohne nach jedem Schritt auf Anweisung warten zu müssen. Gib ihnen die Gelegenheit, sich Ressourcen – also Wissensressourcen – zu erschließen und diese dann auch auf die berufliche Handlung zu transferieren. 

Arbeite stets an der Optimierung

Arbeite an der Optimierung und Neudefinition deiner Unternehmenswerte und der damit verbundenen Unternehmenskultur. In diesem Zusammenhang lässt sich ebenso gut eine positive Lernkultur entwickeln.

... ach und übrigens

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  1. Jens & Steffi

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