Entscheidungen treffen

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden.

Reinhold Niebuhr

That’s live. Täglich stehen wir vor Entscheidungen. Und gerade jetzt in diesen außergewöhnlichen Zeiten sind Entscheidungen so wichtig.

Seit also mutig und trefft eine Entscheidung … Unser Motto: „Besser eine Entscheidung treffen, die wir später als „nicht gelungen“ bewerten, als überhaupt nichts zu tun!“

Habt Ihr euch eigentlich einmal gefragt, wie wir unsere Entscheidungen treffen?

Bereits im Kindesalter fangen wir an, uns mit Entscheidungen auseinanderzusetzen, sie zu treffen und natürlich auch die Konsequenzen in Kauf zu nehmen. Als Erwachsene kommt noch Verantwortung hinzu und wir treffen Entscheidungen, mit denen dann auch andere leben müssen. Immer im guten Glauben, dass wir mit gutem Wissen und Gewissen das Für und Wider möglicher Entscheidungsoptionen abgewogen haben.

Ernsthaft? Ist das wirklich so?

Häufig werden wir schlichtweg mit zu vielen Optionen konfrontiert, zwischen denen wir uns entscheiden müssen. Für die meisten Menschen ist diese Menge an Alternativen einfach überwältigend. Oft ist unser Gehirn überfordert, wenn es die Qual der Wahl hat – Wahlüberlastung sagen Experten dazu.

Aber es gibt auch den ein oder anderen Trick, der uns das Treffen der Entscheidung erleichtert.

Am technologischen Institut Caltech in Kalifornien wurde dies genauer untersucht. Demzufolge steigt die Aktivität in den Gehirnbereichen, die für das Treffen von Entscheidungen notwendig sind, immer weiter an, wenn wir die Wahl zwischen mehr als zwei Alternativen haben. Müssen wir jedoch zwischen mehr als 8 bis 15 Wahlmöglichkeiten entscheiden, werden die Neuronen in diesen Hirnteilen gezügelt und die Dynamik sinkt. Das liegt schlicht am Aufwand – Nutzen – Prinzip.

Warum ist das so?

Nun, für unser Gehirn ist es sehr viel bequemer und reizvoller, zwischen einer überschaubaren Menge an Optionen, statt zwischen unzählig vielen Optionen wählen zu müssen.

Vermutlich kennt jeder von Euch die Geschichte vom Esel, der zwischen zwei leckeren Heuhaufen verhungert, weil er sich nicht entscheiden kann, welchen er nun frisst. Kann uns Menschen wahrscheinlich nicht passieren – gut meine Hand lege ich dafür nicht ins Feuer – aber ernsthaft, wir treffen immer eine Wahl. Das unterscheidet uns schon mal vom Esel UND wir reflektieren unsere Entscheidung – das ist der zweite Unterschied. Das Ergebnis unserer getroffenen Entscheidung beeinflusst uns zukünftig, weil wir Erfahrungen sammeln und lernen – irre oder! Katharina Voigt (Universität in Melbourne) versuchte in einem Experiment zu beweisen, dass sich unsere Vorlieben sofort dann ändern, wenn wir zwischen zwei gleich attraktiven Alternativen gewählt haben. Ab diesem Zeitpunkt sammelt das Erwählte in unserem Kopf Pluspunkte.

Die Neurowissenschaft hat außerdem bewiesen, dass wir tief durchatmen und uns ablenken sollten, wenn wir uns bei einer Entscheidung schwertun und uns ernsthafte Zweifel plagen. Nur so werden die unbewussten Vorgänge in Gang gesetzt, die uns dabei helfen, die beste Option zu erkennen.

Was also tun bei kniffligen Entscheidungen?

  1. Unser erster Tipp: Atmet tief durch und lenkt euren Fokus auf etwas anderes – geht spazieren, backt ‘nen Kuchen, geht ins Kino, whatever. Auf diese Weise werden unbewusste Vorgänge in Gang gesetzt, die euch dabei helfen, die beste Option zu erkennen. PS: Vermeidet die allzeit gepriesene Pro und Contra Liste – die macht euch nämlich nur noch verrückter, da ihr über alle möglichen Eventualitäten nachdenkt und euch somit selbst die für’s Gehirn schwer handelbare Wahlüberlastung organisiert.  
  2. Unser zweiter Tipp: Unser Gehirn steht überhaupt nicht darauf, mehrere Entscheidungen an einem Tag zu treffen. Ein gutes Selbst- und Zeitmanagement hilft euch, den Zeitpunkt der Entscheidungsfindung gut zu platzieren. Ihr könnt es euch wie einen Muskel vorstellen. Trainieren wir dosiert, können wir unser Pensum stetig optimieren – übertreiben wir es, sinkt unsere Effektivität.  
  3. Unser dritter Tipp: Achtet auf eine ausreichende Mütze Schlaf. Die Washington State University hat sich mit dem Zusammenhang zwischen Entscheidungen und Schlaf beschäftigt. Laut einer Studie treffen wir bei Schlafmangel diejenigen Entscheidungen, die wir in der Ergebnisbetrachtung als negativ bewerten. Liegt daran, dass unser Gehirn die Informationen nicht mehr effektiv verarbeiten kann – es ist schlichtweg platt.  
  4. Unser vierter Tipp: Achtung Zuckerfalle! Jetzt fragt ihr euch sicherlich, was hat Zucker mit Entscheidungen zu tun? Nun, Forscher der University South Dakota haben herausgefunden, die Zuckermenge unsere Art und Weise der Entscheidungsfindung beeinflusst. Nehmen wir zuckerhaltige Dinge zu uns, treffen wir Entscheidungen, indem wir über unser zukünftiges Wohlergehen intensiver nachdenken. Bei zuckerfreien Sachen oder light Versionen entscheiden wir vergleichsweise impulsiver, mutiger – auf der Suche nach dem schnellen Glück. Schnelles Glück … Knick Knack … geht in die Hose!  
  5. Unser fünfter Tipp:
    Kommt bei uns Angst ins Spiel, verliert unser Gehirn seine Fähigkeit, in Entscheidungsprozessen irrelevante Ablenker herauszufiltern. Wir sind dann einfach zerstreut und verlieren unseren klaren Fokus. Sorgt dafür, dass ihr die Angst überlistet, indem ihr das Positive am erwarteten Ergebnis bewusst wahrnehmt und euch vor Augen führt.

That’s it. Probiert es einfach mal aus.

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